Vine RIP

Dienste kommen, Dienste gehen. Der unterhaltsame Kurzvideo-Service Vine – ich berichteteverliert in Kürze seine App und wird seitdem naturgemäß mehr und mehr zur Geisterstadt. Die Entscheidung, Vine abzuschalten, ist Teil der im Herst 2016 begonnenen Aufräumarbeiten bei Twitter (der Kurznachrichten-Serviceanbieter hatte den Dienst 2012 gekauft). Bevor sie der Welt verloren gehen, lege ich mal drei besonders nachgefragte Vines hier ab (catflap, cloudbusiness und ponyflower).

 

Feldversuch Kronkorkenpfand

Zu einer Zeit in der viele Menschen dem Erwerb von dauerhaften privaten Musiknutzungsrechten nicht mehr viel abgewinnen können (Stichwort Streaming) wurde ein groß angelegter Versuch durchgeführt, in dem der Flaschenverschluss bestimmter alkoholhaltiger Brauprodukte quasi mit einem Musik-Pfand belegt wurde. Na gut, kein Pfand. Niemand will der Kronkorken im Laden einsammeln und es gab auch kein Geld zurück. Allerdings gab es gegen Bekanntgabe eines auf der Innenseite des Verschlusses aufgeprägten Zeichencodes zusammen mit Kontaktdaten auf des Becks-Website (Anheuser-Busch InBev Deutschland) jeweils einen Gutschein über einen Musiktitel im heutigen Gegenwert von etwa 1 Euro. Ach ja, am einem Gewinnspiel musste man gleichzeitig auch teilnehmen dürfen. Um es noch etwas einzuschränken: einen Musiktitel-Download von Universal Music. Bei der Musikauswahl konnte ich stichprobenweise erfahren, wer nicht beim Major Label Universal unter Vertrag steht. Nicht dabei sind etwa Künstler der Warner Music Group (wie Pink Floyd, Radiohead, Coldplay, Paramore, Bronski Beat, The Doors), Sony Music (Pink, Shakira, Casper, Die Fantastischen Vier, irgendwie auch The Beatles, Calvin Harris) sowie natürlich von Independant Labels (The Smiths, Supershirt, Deichkind, Josh Woodward, Twenty One Pilots).
So viel Spaß am Flaschenverschlüssen hatte ich wohl das letzte Mal bei Fanta-Knibbelbildern – und das ist eine ganze Weile her.
Leider endete das Experiment der freundlichen kleinen Brauerei von nebenan am 9.10.2016, also noch vor dem Freimarkt. So landen wohl wieder mehr Kronkorken auf den Straßen in Bremen und anderswo.

Kronkorken

Kronkorken mit Code auf der Straße