Ubuntu LTS 18.04 auf 20.04

Es ist Oktober und das Mai-Update für mein Windows-Notebook (Funktionsupdate für Windows 10, Version 2004) ist weiterhin „in Vorbereitung“. Versprochen werden Features wie „DirectX 12 Ultimate“, WLAN mit WPA3 sowie die Möglichkeit, die Datennutzung von Apps zu überwachen/limitieren. Irgendwas scheint aber mit Nvidia und Conexant Audio noch nicht geklärt zu sein. Naja.

Da freut es mich, dass mir zumindest das April-Update Ubuntu 20.04.1 LTS (Focal Fossa Long Term Support) in der Xubuntu 18.04 Aktualisierungsverwaltung angeboten wird. Hier erwarten mich unter anderem eine bessere Multi-Monitor-Unterstützung, „Dark Mode“ und diverse Design-Verbesserungen.
Nun, da ich ja ein frisches Backup in der Hinterhand habe und die Community bestimmt Zeit genug hatte, Erfahrungen mit dem Update-Prozess zu machen, probiere ich es mal mit „Aktualisieren…“.

... Allerdings ist Ubuntu 20.04.1 LTS jetzt verfügbar
Die Aktualisierungsverwaltung weist auf das Update hin.

Nun, irgendwie ist es dann doch wieder ein lehrreiches Linux-Update-Erlebnis. Nachdem das Update unauffällig startet, muss ich erst einmal eine Handvoll PPAs (Personal Package Archives) händisch „purgen“. Und irgendwie scheint sich über die Jahre noch ein Problem eingeschlichen zu haben, das vom Setup für „unlösbar“ gehalten wird. Es ist zunächst nicht möglich, das bestehende Python 2.7 in „python-is-python2“ umzuwandeln. Hier hilft offenbar nur ein „apt purge python2.7-minimal“ vor dem Update. (An dieser Stelle weisen einige Forenbeiträge darauf hin, dass man doch bitte eine frische ISO herunterladen und neu installieren soll.) Schließlich läuft der Rest aber sauber durch und keine vier Stunden später habe ich das Betriebssystem, das mich voraussichtlich bis Mitte 2022 begleiten wird (Ubuntu Release Cycle).

WTSocial News Netzwerk

Wenn man Ende November 2019 durch die News scrollte, konnte der Eindruck entstehen, der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales habe ein soziales Netzwerk namens WT.Social gestartet, um Facebook Konkurrenz zu machen.
Es ist ja nun schon eine Weile her, dass der letzte „Facebook-Killer“ sich auf den Weg gemacht hat. diaspora* (seit 2010), Google+ (2011-2019), app.net (2012-2017). ELLO (2014, treffend: Netzpolitik.org) oder gar Zurker (2013) hatten da nur mäßigen oder keinen Erfolg.
WT.Social will Facebook allerdings nur in einem Aspekt Konkurrenz machen: vertrauenswürdige News.
Die Buchstaben WT im Namen stammen vom Vorgängerprojekt WikiTribune, einem offenen Nachrichten-Portal.
So heißt es dann auch in den FAQ:

WT:Social ist ein Versuch, ein soziales Netzwerk rund um News aufzubauen.

https://wt.social/post/german-wtsocial/arwbe0d5241812086426 am 30.11.2019

Wenn man sich das soziale Netzwerk im aktuellen Ausbaustand anschaut, wird klar, dass es hier zwar ein paar News mit Kommentaren gibt, aber keine Bewertungen mit Smilies, Frownies, Herzchen oder Daumen. Eine App ist auch noch nicht da.
Man kann Benutzer-Accounts oder SubWikis (Themengruppen) folgen oder einen Account als befreundet kennzeichnen.
Hier gibt es allerdings keinen privaten Aktivitätenstrom, keine Bekannten aus der Grundschule und keine Bewegtbilder. Alles in allem fühlt sich das an wie ein stark reduziertes Reddit oder Slashdot.
WT.Social ist im Kern nicht kommerziell, frei und engagiert, aber etwas aus der Zeit gefallen.
Vor zehn Jahren – In der Blüte des Web 2.0 – wäre ein solches Mitmach-News-Netzwerk sicherlich schneller ans Laufen gekommen als heute. Wenn noch mehr Menschen Spaß daran finden, die Moderation funktioniert und die Entwicklung nicht auf diesem Stand eingefroren wird, könnte ja ein positiver Netzwerkeffekt entstehen. Aber irgendwie habe ich die Befürchtung, dass ohne Skandal-Nachrichten, HD-Streams und bunte Reaktionsknöpfe am Ende der 2010er-Jahre nur wenige Web-Konsumenten zum aktiven Mitmachen bei WT.Social animiert werden können.

Drachentöter - Illustration von Charles Edmund Brock
Facebook-Killer? Lambton Worm (C. E. Brock, 1893)