Nachrichten aus Night Vale

In den letzten Tagen ist (zu Podcast-Zeiten) die vorherrschende Stimme in meinem Kopf nicht wie gewöhnlich die von Tim Pritlove, sondern die von Cecil Baldwin. Cecil ist der Sprecher von Night Vale Radio (@nightvaleradio). Auf einen empfehlenswerten einführenden deutschsprachigen Artikel von map zu dieser in 20-Minuten-Abschnitten erscheinenden Sendung bin ich bei Kleiner Drei gestoßen. Wer mit David Lynch, H.P. Lovecraft oder Stephen King nicht viel anfangen kann, wird sich bei dieser Fortsetzungserzählung von Joseph Fink und Jeffrey Cranor wahrscheinlich unwohl fühlen oder aus anderen Gründen irritiert abbrechen.

Stay away from the dog park.

Stay away from the dog park.

Im Stile eines Community Radio werden die aktuellen Ereignisse in einer kleinen amerikanischen Wüstenstadt kommentiert. Der Sender steht den Behörden und örtlichen Gewalten für offizielle Bekanntgaben, Warnungen und Richtigstellungen zur Verfügung. Ein großer Teil der Sendezeit wird zur Verbreitung von Tratsch und Gerüchten über die Menschen und weniger menschlichen Bewohner von Night Vale genutzt. Es wird über Bauvorhaben, Sport und Verkehr, unvorstellbare Phänomene, Todesfälle und Riten gesprochen. Im Wetter-Abschnitt darf sich jeweils ein Musiker oder eine Band vorstellen.
Leider habe ich zu spät bemerkt, dass das Night Vale Team auf Europa-Tournee ganz in meiner Nähe war. Vielleicht gibt es ja Aufzeichnungen?

Ngrams sagen mehr als tausend Worte

Bei TED habe ich kürzlich den Google Books Ngram Viewer (books.google.com/ngrams/) kennengelernt und er lässt mich nicht wieder los.

TEDxBoston 2011 (Lieberman Aiden / Michel) von TED unter Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 3.0 Unported

Ich war ja ohnehin schon ein großer Freund von etymologischer Forschung, Duden-ergänzender Schreibweisen-Volksbefragung per Suchmaschine und Sprachbeobachtungen (anbei eine Empfehlung für und an den Sozusagen!-Podcast von Bayern 2).
Bisher beschränkten sich die sprachanalytischen Suchmaschinen-Spielchen ja im Wesentlichen darauf, herauszufinden, welche Schreibweise oder Wortfolge im WWW besonders beliebt ist. Nun steht der gesamte Bestand der für Google Books erfassten Druckwerke als Ausgangsmaterial bereit. Statt also nur die Frage zu stellen, ob man seit 1999 mehrheitlich „der Blog“ oder „das Blog“ schreibt, kann man etwa schnell eine Grafik zur Verteilung der Worte Astronomin, Astrologe und Scharlatan in der deutschsprachigen Literatur seit 1850 erstellen. Oder zum Zusammenkommen von Geld und Liebe von 1750 bis heute?
Wie wäre es mit „gold“, „money“ & „fear“ in englischsprachiger Literatur seit 1700?
Mit dem Interesse an future & past von 1555 bis 2005?
Jetzt fange ich schon wieder damit an… Wem einfache Graphen nicht genug sind: Es gibt bei Google auch die Rohdaten zum Download.