Feldversuch Kronkorkenpfand

Zu einer Zeit in der viele Menschen dem Erwerb von dauerhaften privaten Musiknutzungsrechten nicht mehr viel abgewinnen können (Stichwort Streaming) wurde ein groß angelegter Versuch durchgeführt, in dem der Flaschenverschluss bestimmter alkoholhaltiger Brauprodukte quasi mit einem Musik-Pfand belegt wurde. Na gut, kein Pfand. Niemand will der Kronkorken im Laden einsammeln und es gab auch kein Geld zurück. Allerdings gab es gegen Bekanntgabe eines auf der Innenseite des Verschlusses aufgeprägten Zeichencodes zusammen mit Kontaktdaten auf des Becks-Website (Anheuser-Busch InBev Deutschland) jeweils einen Gutschein über einen Musiktitel im heutigen Gegenwert von etwa 1 Euro. Ach ja, am einem Gewinnspiel musste man gleichzeitig auch teilnehmen dürfen. Um es noch etwas einzuschränken: einen Musiktitel-Download von Universal Music. Bei der Musikauswahl konnte ich stichprobenweise erfahren, wer nicht beim Major Label Universal unter Vertrag steht. Nicht dabei sind etwa Künstler der Warner Music Group (wie Pink Floyd, Radiohead, Coldplay, Paramore, Bronski Beat, The Doors), Sony Music (Pink, Shakira, Casper, Die Fantastischen Vier, irgendwie auch The Beatles, Calvin Harris) sowie natürlich von Independant Labels (The Smiths, Supershirt, Deichkind, Josh Woodward, Twenty One Pilots).
So viel Spaß am Flaschenverschlüssen hatte ich wohl das letzte Mal bei Fanta-Knibbelbildern – und das ist eine ganze Weile her.
Leider endete das Experiment der freundlichen kleinen Brauerei von nebenan am 9.10.2016, also noch vor dem Freimarkt. So landen wohl wieder mehr Kronkorken auf den Straßen in Bremen und anderswo.

Kronkorken

Kronkorken mit Code auf der Straße

Ruckeln im RSS Räderwerk

Schon einmal diese kleinen orangen Icons gesehen?
Über zwei Jahre ist es her, dass Google seinen beliebten und weit verbreiteten RSS Reader eingestellt hat (Google Reader Alternativen bei Caschy). Inzwischen hatte ich mich mit Vienna RSS auf dem Mac, Inoreader und diversen Browser-Erweiterungen zum Abonnieren der Aktualisierungen angefreundet.

Nun gewinne ich das Gefühl, dass RSS im Netz – zumindest von den Großen – zunehmend stiefkindlich behandelt wird.
Wer nicht weiß, was es mit dieser Art von Site Summaries auf sich hat, sei wie immer auf den passenden Wikipedia Artikel verwiesen. (Und als Abschweifung auf die Geschichte von Aaron Swartz, der schon als Jugendlicher Koautor der RSS-Spezifikation 1.0 war.)

Ein spezieller Vorteil von RSS ist Syndication, vereinfacht gesagt eine Möglichkeit, Inhalte aus unterschiedlichen Quellen nahtlos zusammenzufügen.
Das machte mir mit Yahoo Pipes besonders Spaß. Yahoo Pipes wurde allerdings seit 01.11.2015 fast vollständig deaktiviert (nur hin und wieder tröpfelt etwas durch existierende Pipes).
Twitter hat bereits im Juni 2013 die Auslieferung per RSS eingestellt (lesenswert Dieter Bohn bei The Verge: Why RSS still matters).
Schließlich kommt auch der verunglückte Last.fm Relaunch (zunächst?) ohne RSS-Feeds, die für mich einen großen Teil des Charmes diese Musikdienstes ausgemacht haben.
Das hat mir meine ausgeklügelten RSS-Konstrukte ganz schön durcheinander gewürfelt. Und so weiter und so fort. Da geht es hin, das freie Web.