Luxus-Nörgelei über das iPad 2

Als erfahrener iPod-touch-Nutzer bin ich einfach mal davon ausgegangen, dass das iPad 2 mit Wi-Fi – das ja vereinfacht gesagt ein viermal so großer iPod touch ist – mich nicht vor Rätsel und/oder Probleme stellt.
Das ist tatsächlich so – ein paar Kleinigkeiten, die auch Neueinsteiger stören dürften, sind mir dann allerdings doch noch aufgefallen.

Facetime Feedback

  1. Das iPad nutzt den USB-Hochgeschwindigkeits-Bus (USB 2) am Mac zwar gern zum Synchronisieren, ist aber von den 500 mA offenbar nicht so recht begeistert: Die Akku-Anzeige meldet „lädt nicht“. Lösung: Glücklicherweise übertreibt die Systemmeldung; am nächsten Morgen ist die Batterie immer wieder auf 100%.
  2. Huch, eine Anwendung beschwert sich darüber, es sei „Keine Lautstärke verfügbar“. Lösung: Als ich den Rechner aus der Tasche gezogen habe, wurde der Seitenschalter auf „Ton aus“ geschaltet. Den Schalter verwende ich nun, um zu verhindern, dass das iPad-Display zwischen Hochformat und Querformat wechselt (in den iPad-Einstellungen Funktion „Ausrichtungssperre“ aktivieren).
  3. Das E-Mail-Programm verhält sich im Hochformat anders als in der Landscape-Ansicht (nur hier sind die Postfächer immer im Blick). Na gut, weiß man, wenn man die Werbung anschaut.
  4. Hm, wo ist eigentlich der App Switcher zum schnellen Wechsel zwischen Apps? Lösung: Ein Doppelklick mit dem Home-Button.
  5. Welche Anwendung nehme ich eigentlich, um offline kleine Texte zu bearbeiten? Lösung: Ab Werk gibt es da zwei Möglichkeiten: Mail oder Notizen. Dann schreib ich mir halt ne Mail. (Pages habe ich immer noch nicht gekauft.)
  6. Na so was, ein selbst gedrehtes Video landet in der Fotogalerie und nicht in „Video“? Muss man erst mal wissen.
  7. Alte Apps im 2x-Modus anzuschauen, ist kein Augenschmaus. Glücklicherweise gibt es mehr und mehr angepasste Varianten und HD-Versionen.
  8. In einer Hand ist das Gerät auf die Dauer zu schwer (auch wenn es spürbar leichter ist als das iPad 1). Mittlerweile bin ich mit einem SnuggCase sehr zufrieden – billig ist das nicht, aber durchaus als Geburtstagsgeschenk geeignet.
  9. Immer, wenn ich ein Video schauen will, sehe ich meine Fingerspuren. Glücklicherweise habe ich als Brillenträger ein Mikrofasertuch dabei.
  10. Draußen bei Sonne macht es wenig Spaß, das Display anzuschauen. Lösung: iPad wieder einpacken. Hey, die Sonne scheint!

N78 im Testmodus

Im Urlaub stand bei mir nach langer Zeit wieder eine Mobiltelefon-Neubeschaffung auf der Liste. Nach einigem Hin und Her und etwas Recherche habe ich mich ein weiteres Mal vor der Entscheidung zwischen iPhone und Android-Gerät gedrückt. In alter Verbundenheit zu Symbian (SE P900) habe ich mich für ein günstiges „Kann-alles“-Gerät ohne Sim-Lock entschieden: das Nokia N78. Ein mittelgroßes Barren-Telefon mit brauchbarem Display, GPS, UKW-Sender, nicht allzu schlechter 3,2-MP-Kamera und microSDHC-Speichererweiterung. Ohne teure Äpfel mit Birnen vergleichen zu wollen: ausstattungsmäßig steht das kleine Smartphone gut da.
Nach ein-zwei Wochen Gebrauch ist wohl der richtige Zeitpunkt, um gegenüberzustellen, was ich vom N78 erwartet habe und was davon sich in der Praxis bewahrheitet hat.
Nokia N78 im Testmodus
Ja, es ist – wie erhofft – ein Gerät, um den iPod touch unterwegs ins Internet zu bekommen (mit Joikuspot Premium).
Ich habe Zugang zu einem weiteren mittelgroßen App Store für ein Betriebssystem mit breiter Nutzerbasis (Symbian S60 Edition 3).
Zudem habe ich eine brauchbare unkomplizierte Immer-Dabei-Kamera.
Das N78 ist auch ein nettes GPS-Spielzeug, das sich zur Navigation (Ovi Karten 3.03 läuft allerdings noch nicht) und (auf Umwegen) auch für Dienste wie Foursquare – über den empfehlenswerten S60 Twitter-Client Gravity – und Gowalla – über den Browser Opera Mobile 10.1 beta – nutzen lässt.
Positiv zu erwähnen ist vielleicht noch die reibungslose Bluetooth-Synchronisation über iSync. Schön ist auch der kleine FM-Transmitter, der sich schon im Auto bewährt hat.
Schließlich funktioniert das N78 auch als Telefon (wenn auch nicht überragend).
Zum Schluss noch kurz zu all dem, was weniger vergnüglich war: Die Benutzeroberfläche halte ich für umständlich zu bedienen und unaufgeräumt (ich bin iOS 4 gewohnt). Einen Sonderpreis erhält in diesem Zusammenhang die Ovi Store App, die das Programm „Laden!“ ersetzen sollte. Nachdem ich sie auf dem N78 installiert hatte, ließ sich fast keine Anwendung aufspielen. Ständig kam es zu Zertifikatsfehlern und Installationsabbrüchen ohne aussagekräftige Fehlermeldungen, selbst bei Apps von Nokia. Der Nokia-Support riet mir zur Wiederherstellung des Werkszustands (brachte keine Verbesserung) und einer Neuinstallation (ebenso). Erst seit bei einer weiteren Neuinstallation durch einen glücklichen Zufall die Ausführung des Ovi-Store-App abgebrochen wurde und ich testweise einige Apps direkt über den Internetbrowser installiert habe, laufen Softwareinstallationen ohne Probleme. Über die begrenzte Auswahl an spannenden aktuellen Anwendungen im Store werde ich mich jetzt nicht auch noch beschweren, ich wusste ja, dass ich mit Symbian S60 auf eine Sackgassen-Plattform setze.
Ach, vielleicht noch ein Fazit: Enttäuscht bin ich nicht. In der zweistelligen Preisklasse ist das N78 wohl eins der besten Geräte am Markt.